Dr. Regina Stürcke

Diplom-Medizinerin

Fachzahnärztin für Allgemeine Stomatologie

Lessingstraße 8

99096 Erfurt

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zahnfleischrueckgang-erfurtZahnfleisch auf dem Rückzug

In Deutschland gehen nach dem 35. Lebensjahr etwa doppelt so viele Zähne auf Grund von Zahnfleischschäden verloren (d.h. sie müssen gezogen werden) als durch Karies. Andererseits ist es in Skandinavien großräumig gelungen, durch intensive Prophylaxe und regelmäßige Dentalhygiene-Behandlungen der Bevölkerung ein nahezu kariesfreies und zahnfleischgesundes Zeitalter einzuläuten.

Was Sie selber dazu beitragen können möchten wir Ihnen mit diesen Zeilen näher bringen.

 

Mundhygiene ist mehr als nur Zähneputzen

Das Aufgabengebiet des Zahnarztes im Bereich der Parodontalbehandlung hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Unser Ziel ist es, nicht nur dann tätig zu werden, wenn bereits ein Schaden eingetreten ist, sondern gemeinsam mit Ihnen Erkrankungen im Zahnhalteapparat früh zu erkennen und sie rechtzeitig zu behandeln oder ganz zu vermeiden.

Wir können Ihnen im Rahmen unserer Dentalhygiene-Sitzungen verloren gegangenes Gewebe wie etwa abgebauten Kieferknochen nicht wiedergeben, aber wir können eine vorhandene Entzündung stoppen und einen weiteren Rückzug von Zahnfleisch und Knochen verhindern.

Besonders im Frühstadium der Erkrankung können durch Demonstration und Motivation vom engagierten Zahnarzt sehr gute Erfolge erzielt werden. Wegen des in diesem Stadium nicht besonders großen Leidensdruckes, neigen aber viele Patienten dazu, das Zahnfleischbluten zu bagatellisieren.

So ein mehrstufiges Parodontalbehandlungsprogramm läuft bei uns etwa folgendermaßen ab:

Zuerst werden die Tiefen der einzelnen Zahnfleischtaschen vermessen und dokumentiert (als Vergleichswerte für später), besonders heikel zu pflegende Stellen registriert (etwa: unter Brücken) und evt. durch Plaqueanfärbung sichtbar gemacht. Weiterhin werden natürlich alle Beläge und Zahnstein sowie Konkremente entfernt und die Zahn- bzw. Wurzeloberfläche anschließend glatt poliert, um einer künftigen Belagsbildung entgegenzuwirken. Eine zusätzliche Entfernung von Verfärbungen durch spezielle Pasten kann durch ihre aufhellende Wirkung einen noch deutlicheren ästhetischen Gewinn erzielen.

Eine solche Belagsentfernung ist die Grundvoraussetzung, um in weiterer Folge einzelne oder mehrere Zähne sanieren zu können, seien es Füllungen, Kronen oder aufwendige Rekonstruktionen „zuerst muss das Fundament“ gesund und stabil sein!

In Fällen, wo sich bereits tiefe Zahnfleischtaschen gebildet haben, ist (meist in einer weiteren Sitzung) auch ein sog. Kürettage derselben angezeigt, wobei das abgestorbene Zahnhaltegewebe entfernt (ausgeschabt) wird, um dem gesunden Gewebe eine Abheilung durch eine Beseitigung der Entzündungsgrundlage zu ermöglichen.

Dabei kann in schwereren Fällen als unterstützende Maßnahme auch eine antibiotische Therapie vonnöten sein, wobei hier zuvor ein Abstrich aus den Zahnfleischtaschen vorgenommen wird, um die spezifischen Bakterien zu identifizieren und danach mit den jeweils wirksamsten Medikamenten zu eliminieren.

 

Wer besonders zu Entzündungen neigt

Das Risiko für Zahnfleischentzündung wird noch durch folgende Faktoren erhöht:

Erbliche Vorbelastung: Manche Menschen sind genetisch bedingt anfälliger für Zahnfleischentzündungen (dies lässt sich mit einem Abstrich von der Mundschleimhaut feststellen). Betroffene müssen dementsprechend noch sorgsamer bei der Mundhygiene vorgehen.

Autoimmunkrankheiten und Stoffwechselerkrankungen wie etwa Diabetes.

Hormonveränderungen, zum Beispiel während Schwangerschaft oder Wechsel führen auch zu einer höheren Neigung zu Zahnfleischentzündungen.

Stress kann die Beschwerden verstärken, weil das Immunsystem geschwächt wird.

Rauchen verringert die Durchblutung, was auch die Abwehrkraft schwächt und die Wundheilung verzögert. So haben Raucher ein 7-fach erhöhtes Risiko für Parodontitis.

Auch ältere Menschen sind anfälliger. Bei ihnen lässt die Speichelproduktion mit der Zeit nach, manchen fällt wegen körperlicher Einschränkung die Zahnpflege schwer. Die Schleimhäute werden anfälliger für Infektionen. Schlecht sitzende Prothesen reizen das Zahnfleisch.

 

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